Die griechische Palästra war ursprünglich eine mit Sand bedeckte Fläche für das Training zum Ringkampf. Später wurde sie jedoch zur humanistischen Bildungsstätte, in der sowohl die körperliche als auch die geistige Erziehung stattfand. Den Typus kennzeichnet dabei ein von Säulen umgebener Hof (Peristyl) mit angrenzenden Aufenthalts-, Übungs- und Baderäumen. Das Raumprogramm des hier vorgestellten Projekts sieht ganz ähnliche Nutzungen wie die des vorgestellten Typus vor. Zum sportlichen Training dienen eine Einfeldsporthalle und ein Kraftraum samt den zugehörigen sanitären Anlagen. Im Obergeschoss sind zudem fünf Klassenräume zur schulischen Nutzung angeordnet. Insofern kann der Bau mit seiner äußeren Gliederung von regelhaft auftretenden Gebäudeachsen wie ein in Form gegossener Raumabdruck des antiken Peristyltyps der Palästra gelesen werden, in welchen gleichsam umgekehrt auch die dort umlagernden Räumlichkeiten inkorporiert werden. Der Bau tritt im unteren Teil dafür nahezu hermetisch geschlossen auf, während sich das Obergeschoss durchweg regelmäßig öffnet. Durch diese Ordnung kann der Bau zum einen eine zweigeschossige Raumdisposition, zum anderen die hohen Einzelräume von Sporthalle und Kraftraum aufnehmen.
Projekt: Einfeldsporthalle mit Kraftraum
Anmerkung/en: [Projekt: Entwurf, Ausführung]
Ort: Bonn
Jahr: 2018 - 2026