Magische Poesie und romantische Architekturen
Deutschland und Italien. Interdisziplinäre Gespräche zu Baukultur- und Zeitgeschichte des Romantischen in Architektur, Stadt und Landschaft
Symposium, Deutsche Akademie Rom Villa Massimo
Donnerstag, 23. April 2026
Veranstalter
Prof. Federica Visconti, Prof. Renato Capozzi, Università degli Studi di Napoli Federico II; Prof. Dina Nencini, Sapienza Università di Roma; Prof. Francesco Menegatti, Università degli Studi Roma Tre; Prof. Silvia Malcovati, Fachhochschule Potsdam; Prof. Uwe Schröder, RWTH Aachen University.
Das Romantische in der Architektur [1]
In diesen interdisziplinären Gesprächen geht es sicher auch um die Romantik, aber vordringlich geht es um das Romantische, das Romantische in der Architektur: „Die Romantik ist eine Epoche. Das Romantische“ – so das Credo von Rüdiger Safranski – „eine Geisteshaltung, die nicht auf eine Epoche beschränkt ist“ (Safranski 2010). Doch die Romantik, als kulturgeschichtliche Epoche verstanden, erscheint in der Architekturgeschichte in gewisser Weise als ein Desiderat. Darauf hatte schon Ullrich Schwarz 2002 in seinem Vortrag Romantik und Architektur. Auf der Suche nach einer Theorie der Architektur (Schwarz 2002) hingewiesen. Bei seinem Anliegen, der Romantik als architekturgeschichtlichem und -theoretischem „Phänomen“ auf den Grund zu gehen, sei er nach Durchsicht der üblichen Standardliteratur zunächst ins Leere gelaufen und erst bei Jens Biskys Poesie der Baukunst recht eigentlich fündig geworden (Schwarz 2002).
Was steckt dahinter? Die Romantik ist eine Epoche des Übergangs und des Umbruchs. Der „Abbau des Vitruvianismus“ ist in Gang gekommen, um 1800 entdeckt man die Gotik, aber ohne noch allzu viel von ihr zu wissen: Karl Friedrich Schinkel bringt das Interesse an ländlicher Architektur von seiner ersten Italienreise (1803) mit zurück, er malt Gotischer Dom am Wasser (1813) und er malt den Blick in Griechenlands Blüte (1824/25).
Die normative Architekturtheorie wird von einer empfindsamen Architekturästhetik abgelöst, Empfindung und Einbildungskraft des Betrachters stehen im Mittelpunkt, und verschiedene Charaktere der Gebäude können diese Stimmungen auslösen. Die Suche nach einer „Poesie der Baukunst“, nach einer die Sinne wie den Sinn sättigenden Architektur, gerät zum Motto der Zeit (Bisky 2000).
Die deutsch-italienischen Gespräche zu Baukultur- und Zeitgeschichte des Romantischen führen aus transdisziplinären Positionen und Perspektiven an die offene Frage nach der Aktualität des Romantischen heran. Mit philosophischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen, kunst- und architekturgeschichtlichen, theoretischen, entwurflichen und künstlerischen Themen werden den verschiedenen Konnotationen, Referenzsystemen und Sinnzusammenhängen diskursiv nachgegangen, aus denen heraus sich das Poetische zeichenhaft, metaphorisch oder auch symbolisch andeutet.
[1] Vergl. Andreas Denk / Uwe Schröder: Das Romantische in der Architektur, in: der architekt, 6/2021, S. 15–18.
News: Symposium "Magische Poesie und romantische Architekturen"
Datum: 23-04-2026